Kalligrafie
Die kunstvolle Form der Reiki Symbole Kalligrafie
Was ist Kalligrafie?
Kalligrafie (Kalligraphie) ist eine ursprünglich aus China stammende Kunstform des Schreibens mit Pinsel und schwarzer Tusche auf Reispapier. Diese Kunst hat sich in ganz Ostasien verbreitet. Nach Japan kam sie im 6. Jahrundert mit der Einführung des Buddhismus aus Korea und seiner heiligen Schriften den Sutras in chinesischer Sprache. Japan hatte zu dieser Zeit noch keine eigene Schrift. So wurden die chinesischen Schriftzeichen namens Kanji auf die japanische Sprache aufgestülpt und die chinesische Aussprache übernommen. Das führte dazu, daß es für die meisten Wörter in Kanji bald eine japanische und eine chinesische Aussprache gab, die sich bis heute erhalten hat. Die Aussprache der Reiki-Schriftzeichen (Abb. 1) ist zum Beispiel chinesischen Ursprungs. Für rei könnte man auch tama und für ki auch iki sagen. Zum Glück gibt es einige Regeln, an denen man erkennen kann, wann welche Aussprache gefragt wird. Allerdings gibt es da auch wieder viele Ausnahmen und nicht selten sogar Kanji, die in Japan gebildet wurden.

Um die chinesischen Texte für Japaner lesbar machen zu können, wurden in Japan im 9. Jahrhundert zwei weitere Schriftsysteme entwickelt und zwar Hiragana überwiegend zur Markierung der Aussprache und Katakana zur Kennzeichnung japanischer Grammatik und Endungen.
Heute benutzt man die Hiragana für grammatische Endungen und zur Darstellung der Aussprache. Die Katakana werden weitgehend für Fremdwörter benutzt oder wenn etwas hervorgehoben werden soll. Daß sich die Zeiten und die Verwendung der Schriftarten im Laufe der Jahrhunderte änderte, kann man an Dr. Usuis Grabstein deutlich erkennen. Die dort benutzen Schriftarten sind Katakana und Kanji. Heute würde man anstelle der Katakana überall Hiragana schreiben. Zu Dr. Usuis Zeiten hatte man die Katakana besonders in offiziellen Schreiben und auf Grabsteinen benutzt.
Für alle drei Schriftarten gibt es in Japan eine eigenständige Kalligrafie. Kanji werden bis heute besonders im buddhistisch-religiösen und chinesischen Kontext verwendet. Hiragana hingegen für japanische Poesie. Katakana sind eher selten anzutreffen. In jedem Fall sind die letzten beiden Schriftarten für die rein japanischen Themen. Daran läßt sich erkennen, wo die Wurzeln der Reiki-Schriftzeichen und einiger Reiki-Symbole zu finden sind.
Die zwei Hauptrichtungen der Kalligrafie
Spricht man heute in Japan von Kalligrafie, so trifft man da auf zwei Hauptströmungen.
Shuji Kalligrafie - Zeichen üben
Am weitesten verbreitet ist die moderne Form der Kalligrafie namens Shuji (wörtlich: Zeichen üben), wie sie die Kinder bis zu einem gewissen Grad in der Schule lernen. Dabei geht es insbesondere darum, alle in Japan verwendeten Zeichen (auch unser Alphabet) ansehnlich in Schönschrift zu schreiben. Der Schwerpunkt liegt auf der genauen Reihenfolge und der Form der Zeichen einzeln und im Zusammenhang. Für Erwachsene gibt es Schönschreib-Meisterkurse, um diese Kunst selbst unterrichten zu können.
In meinen Reiki-Seminaren lehre ich diese Schreibweise zum korrekten und damit auch effektiven Anwenden der Reiki-Symbole ab dem 2. Grad Reiki .
Shodo Kalligrafie - Der Weg des Pinsels
Die zweite Form der Kalligraphie in Japan heißt Shodo - der Weg des Pinsels. Das oben beschriebene korrekte Schreiben ist eine Voraussetzung, um sich in dieser Kunst üben zu können. Historisch gesehen werden die großen Meister der Kalligrafie durch unzähliges Abschreiben solange kopiert, bis man selber einer geworden ist. Es geht also nicht nur darum, daß jeder schreibt wie der andere, sondern daß man zunächst mal genauso schreibt, wie der Meister. Erst wenn diese Stufe erreicht ist, kann man es loslassen und seinen eigenen Stil herausbilden. Diese Form der Kalligafie mit ihrer jahrtausende alten Kalligrafie-Geschichte ist nur eine Seite der Medaille.
Der besondere Schwerpunkt der Kalligraphie liegt in der Fähigkeit des Schreibens mit ki. Wie man das macht, wird nur von wenigen Meistern preisgegeben. Ich selber hatte das Glück bei einem solchen lernen zu dürfen. Wie man dieses „geheime Wissen“ auf Reiki anwendet, lehre ich in den Reiki-Fortbildungskursen namens "Geheimnisse der Reiki-Symbole".
Kalligrafie mit Ki
Der berühmteste Meister in der Geschichte der chinesischen Kalligrafie war, was das Schreiben mit ki betrifft, in der Lage, ein dickes Holzbrett mit der Tusche aus seinem Pinsel zu durchbohren.
Wendet man diese Kunst in Anwendungen der Reiki-Symbole an, öffnet sich eine Welt vieler neuer Möglichkeiten. Wenn man ein Reiki-Symbol malt, macht es in der Wirkung einen großen Unterschied, ob man lediglich ein Symbol im Rahmen einer auswendig gelernten Technik benutzt, oder ob man die Lebensenergie Ki mit einfließen läßt.
Im Daoismus entstehen heilige Schriften, indem ein medialer Kalligraphiemeister in einen Zustand der Trance geht und die von den Lichtwesen empfangenen himmlischen Botschaften mit einem Stock in Sand schreibt. Auch die Reiki-Symbole lassen sich auf diese Weise in Trance schreiben. Zum einen ist die Erfahrung, daß ein Spirit durch einen selbst schreibt, sehr aufregend und inspirierend. Gleichzeitig ist es auch eine heilsame Erfahrung und man kann daß so geschaffene Kunstwerk für Meditationen und weitere Anwendungen benutzen.
Kalligrafie - die Königin der Künste
Schönschreiben geht besonders in der chinesischen Kalligrafie weit über die korrekte Reihenfolge der einzelnen Striche und Form hinaus. Jede einzelne Linie ist schon ein Kunstwerk für sich. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass schon eine waagerecht erscheinende Linie einiges an Modulation mit dem Pinsel erfordert und dass innerhalb der Linie der Pinsel in verschiedene Richtungen bewegt werden muss, damit der sogenannte knochenhafte und sogar plastisch erscheinende Ausdruck hervortritt.
Diese einzelnen Linien ergeben Zeichen, mehrere Zeichen kombiniert ergeben wieder neue Zeichen. In ein Raster geschrieben entsteht dadurch ein ganzer Text. Das kann eine Geschichte, ein Brief, ein Gedicht oder gar ein Sûtra (ein heiliger Text) sein. So sehen die Linien, Zeichen und Texte einerseits schön aus und bringen gleichzeitig inhaltlich viel rüber.
Literatur zum Thema Kalligrafie
In meinem Buch "Das große Buch der Reiki-Symbole", gehe ich anhand von vielen Beispielen ausführlich auf die spannendsten Geschichten der Kalligrafie ein. Auf dem Buchdeckel wurden die hier gezeigten und von mir angefertigten Kalligrafien für Frieden, Liebe und Weisheit eingearbeitet. Zu den Inhalten gehören:
- Ursprung und Aufbau der chinesischen und indischen Schriftzeichen.
- Wie sich die einzelnen Typen entwickelt haben
- Wie kann man durch das Schreiben die Lebensenergie ki übetragen
- Legenden über das Schreiben mit ki
- Einführung der Schrift nach Japan
- Die vier Kostbarkeiten und deren Gebrauch
- Die spirituelle Bedeutung der Kalligrafie
- Kalligrafie und Reiki-Symbole
- Übungen zu Vorbereitung des Geistes wie die Gasshô-Meditation oder das Tuschereiben als Meditation
- Schreibtechniken
- Schreiben in Trance
- Das Kopieren von Sûtras
- Rituelles Sûtra-Schreiben
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